Philipp Steglich Websites für kleine Betriebe

Grundlagen und Funktionen4 Min. Lesezeit

Reicht Instagram statt einer Website für deinen Betrieb?

Von Philipp SteglichStand:

Viele Cafés, Salons und Läden laufen seit Jahren mit einem Instagram-Profil und ohne Website. Das ist kein Fehler. Instagram zeigt Stimmung, neue Produkte und das Team und erreicht Leute, die noch nie von dir gehört haben. Die Frage ist, ob das reicht. Meine ehrliche Antwort: für Stimmung ja, für die festen Fragen nein. Hier erkläre ich, was jedes der beiden gut kann, wo die Lücken liegen und wie du sie zusammen nutzt, ohne doppelt Arbeit zu haben.

Was Instagram gut kann

Instagram ist ein Schaufenster, das Leute im Vorbeigehen sehen. Ein gutes Foto vom neuen Kuchen, ein kurzes Video aus dem Salon, ein Blick hinter die Theke: Das erzeugt Nähe, und es erreicht über Hashtags, Ortsmarkierungen und Empfehlungen auch Menschen, die dich nicht gesucht haben. Für Neuigkeiten, Aktionen und das Gefühl, dass bei dir etwas los ist, gibt es kaum ein besseres Werkzeug. Bleib dort, wenn es dir Freude macht und deine Gäste dort sind.

Wo Instagram an Grenzen stößt

Wer deinen Betrieb gezielt sucht, hat andere Fragen: Hast du heute offen? Was kostet der Haarschnitt? Wo genau bist du, und wie komme ich hin? Auf Instagram sind diese Antworten entweder in einer Bio mit wenigen Zeichen, in einer Story, die nach 24 Stunden verschwindet, oder in einem Beitrag von vor drei Monaten, den niemand findet. Die Speisekarte als Foto im Feed ist auf dem Handy mühsam zu lesen und schnell veraltet.

Dazu kommt: Nicht alle deine Gäste haben ein Instagram-Konto, und ohne Konto zeigt Instagram nach kurzer Zeit eine Anmeldeaufforderung statt deines Profils. Wer bei Google nach deinem Betrieb sucht, landet im Unternehmensprofil und sucht dort einen Link zur Website; führt der zu Instagram, landen viele an der Anmeldewand. Und schließlich: Das Profil gehört nicht dir. Regeln, Reichweite und Darstellung bestimmt die Plattform, und ein gesperrtes Konto ist für kleine Betriebe schwer zurückzuholen.

Was eine Website gut kann

Eine Website beantwortet die festen Fragen an einem Ort, der sich nicht bewegt: Öffnungszeiten ganz oben, Anruf mit einem Tipp, Adresse mit Weg, Angebot mit Preisen als Text, ein paar echte Fotos. Sie ist für jeden ohne Konto erreichbar, auf dem Handy gut lesbar und wird von Suchmaschinen gelesen. Wer Mittagstisch und deinen Stadtteil sucht, kann deine Karte finden; auf Instagram kann er das nicht.

Die Website läuft unter deiner eigenen Domain, zum Beispiel deinbetrieb.de. Domain und E-Mail-Postfach gehören dir und werden separat bezahlt; was das bedeutet, erkläre ich im Ratgeber Domain, Hosting, Postfach erklärt. Eine eigene Adresse auf der Visitenkarte, am Schaufenster und im Google-Profil wirkt außerdem verlässlicher als ein Instagram-Handle.

Am besten beides, mit klarer Aufgabenteilung

Die Arbeitsteilung, die ich empfehle, ist einfach. Instagram zeigt Stimmung und Neues und verlinkt in der Bio auf die Website. Die Website zeigt die Fakten und verlinkt auf Instagram, für alle, die mehr Bilder wollen. Das Google-Profil verlinkt ebenfalls auf die Website. So landet jeder, egal wo er anfängt, bei aktuellen Zeiten und Preisen.

Für den Alltag heißt das: Zeiten und Preise änderst du auf der Website, einmal. Auf Instagram postest du nur den Hinweis mit Link, zum Beispiel Neue Mittagskarte online. Die Story darf verschwinden, die Karte bleibt. Wer mehrere Stellen pflegt, sollte sich einmal aufschreiben, welche Stelle für welche Information zuständig ist; mehr dazu im Ratgeber Öffnungszeiten und Feiertage aktuell halten.

Was eine kleine Website nicht braucht

Eine Website für einen kleinen Betrieb muss kein Projekt sein. Sie braucht keinen Blog, keinen Shop, kein Buchungssystem und keine zwanzig Unterseiten. Eine Startseite mit den fünf wichtigen Dingen, eine Seite für Karte oder Leistungen, eine für den Ort oder das Team und eine für Kontakt und Anfahrt reichen für die meisten. Was auf die Startseite gehört, steht im Ratgeber Was auf die Startseite gehört.

Bei mir kostet eine solche Website 50 € im Monat, mit Gestaltung, Hosting und Pflege. Keine Einrichtungsgebühr, keine Mindestlaufzeit. Deine kostenlose Vorschau kommt in 24 Stunden, gezahlt wird erst, wenn du zufrieden bist. Alle Einzelheiten stehen auf der Seite Leistungen.

Checkliste: Instagram und Website im Zusammenspiel

  • Instagram-Bio: ein Satz, was du bist und wo, Link zur Website.
  • Website: Zeiten, Anruf, Adresse, Angebot mit Preisen, Fotos. Link zu Instagram.
  • Google-Unternehmensprofil: Link zur Website, nicht zu Instagram.
  • Zeiten und Preise nur an einer Stelle pflegen (Website), auf Instagram nur verlinken.
  • Impressum auch von Instagram aus erreichbar, zum Beispiel über den Website-Link.
  • Eigene Domain auf Visitenkarte, Schaufenster und Beleg.

Häufige Fragen

Ich habe nur Instagram und es läuft gut. Warum ändern?

Musst du nicht. Wenn deine Gäste überwiegend über Instagram kommen und du die festen Fragen dort gut beantwortest, fehlt dir vielleicht nichts. Prüf nur, was jemand ohne Instagram-Konto sieht, wenn er deinen Betrieb bei Google sucht.

Kann die Website meine Instagram-Beiträge anzeigen?

Technisch ja, aber eine Einbettung überträgt Daten an Meta und braucht einen Hinweis in der Datenschutzerklärung. Die Websites, die ich für Betriebe baue, laufen ohne Cookies und ohne Werbetracker, deshalb setze ich stattdessen einen Link zu deinem Profil.

Brauche ich für die Website ein Impressum, wenn ich eins auf Instagram habe?

Geschäftliche Websites brauchen in der Regel ein eigenes Impressum und eine Datenschutzerklärung. Umgekehrt kann der Website-Link in der Instagram-Bio auf dein Impressum führen. Das ist ein allgemeiner Hinweis, keine Rechtsberatung.

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