Dein Google-Unternehmensprofil pflegen: was wirklich zählt
Wer deinen Betrieb bei Google sucht, sieht oft zuerst dein Unternehmensprofil: der Kasten mit Öffnungszeiten, Fotos, Bewertungen und dem Weg zu dir. Das Profil ist kostenlos und gehört zu deinem Google-Konto. Viele Betriebe haben es einmal angelegt und dann nie wieder angefasst. Dabei entscheidet es oft darüber, ob jemand überhaupt bis zu deiner Website kommt. Hier beschreibe ich die fünf Punkte, die sich am meisten lohnen, und wie Website und Profil zusammenspielen.
Erst prüfen: Gehört dir das Profil?
Google legt Profile auch ohne dein Zutun an, aus Verzeichnissen oder Nutzerhinweisen. Suche deinen Betrieb bei Google. Steht im Profil ein Hinweis wie „Inhaber dieses Unternehmens?“, ist es noch nicht bestätigt. Dann beanspruchst du es über dein Google-Konto; Google verlangt dafür einen Nachweis, zum Beispiel per Postkarte, Telefon, Video oder E-Mail. Welcher Weg angeboten wird, hängt vom Betrieb ab.
Ist das Profil bestätigt, aber von einem früheren Mitarbeiter oder einer Agentur angelegt, lass dir die Inhaberschaft übertragen oder dich als Inhaber hinzufügen. Ohne eigenen Zugang bist du bei jeder Änderung auf andere angewiesen.
Schritt 1: Die Kategorie so genau wie möglich
Die Hauptkategorie sagt Google, was du bist: Café, Friseursalon, Kfz-Werkstatt, Imbiss. Sie ist das wichtigste Signal für die Frage, bei welchen Suchen dein Profil auftaucht. Wähle die genaueste Kategorie, die zu dir passt, nicht die allgemeinste. Weitere Kategorien kannst du ergänzen, wenn sie wirklich zutreffen, zum Beispiel Frühstückslokal zusätzlich zu Café. Erfinde nichts dazu, was du nicht anbietest.
Schritt 2: Öffnungszeiten, auch die besonderen
Die regulären Öffnungszeiten trägst du einmal ein. Für Feiertage, Betriebsurlaub und Ferien gibt es ein eigenes Feld für Sonderöffnungszeiten, in dem du einzelne Tage mit abweichenden Zeiten oder als geschlossen markierst. Google fragt vor Feiertagen auch von sich aus nach, ob die Zeiten stimmen. Bestätige sie, selbst wenn sich nichts ändert. Dann steht im Profil, dass die Angaben geprüft sind.
Für längere Schließungen sieht Google eine eigene Einstellung vor. Was genau wann gilt, steht in der Google-Hilfe und ändert sich gelegentlich. Wichtig ist, dass Website und Profil dasselbe sagen. Mehr dazu im Ratgeber Öffnungszeiten und Feiertage aktuell halten.
Schritt 3: Leistungen oder Speisekarte eintragen
Je nach Kategorie bietet das Profil einen Bereich für Leistungen, Produkte oder eine Speisekarte. Trage dort ein, was du anbietest, mit kurzer Beschreibung und, wenn es passt, mit Preis. Das hilft Suchenden bei der Entscheidung, noch bevor sie anrufen. Für Gastronomie kannst du zusätzlich auf die Karte deiner Website verlinken. Dann pflegst du die Karte an einer Stelle und verweist von überall darauf.
Schritt 4: Echte Fotos, regelmäßig
Fotos im Profil können alle Nutzer hochladen, nicht nur du. Deine eigenen Bilder sorgen dafür, dass der erste Eindruck stimmt: Außenansicht mit Eingang, Innenraum, Team oder Produkt. Keine Symbolbilder, keine Logos als Foto. Wie du mit dem Handy brauchbare Fotos machst, steht im Ratgeber Gute Fotos mit dem Handy. Ein paar neue Bilder pro Saison reichen.
Schritt 5: Beiträge für Aktuelles
Über Beiträge kannst du im Profil Neuigkeiten, Angebote mit Zeitraum und Veranstaltungen veröffentlichen. Sie erscheinen direkt im Profil und eignen sich für die neue Saisonkarte, eine Aktion oder den Betriebsurlaub. Beiträge ohne Datumsbereich verschwinden nach einiger Zeit aus der Ansicht; für Aktionen trägst du Start und Ende ein. Dieselbe Information gehört auch auf deine Website. Wer von Google kommt, soll dort nichts anderes lesen.
Website und Profil: eine Quelle, zwei Orte
Das Profil ersetzt deine Website nicht, und die Website ersetzt das Profil nicht. Das Profil zeigt die Kurzfassung in der Suche, die Website die ganze Geschichte: komplette Karte oder Preisliste, Anfahrt, Team, Fotos in Ruhe. Im Profil hinterlegst du den Link zu deiner Website; auf der Website nennst du dieselben Zeiten und dieselbe Telefonnummer wie im Profil. Widersprüche zwischen beiden sind das, was Kundschaft am meisten irritiert.
Hast du deine Website bei mir, sind drei kleine Änderungen pro Monat enthalten. Neue Zeiten oder Preise schickst du mir per E-Mail, und ich trage sie ein. Das Google-Profil pflegst du selbst, weil es an deinem Konto hängt. Was dort zu tun ist, steht in dieser Checkliste.
Checkliste: Profil einmal im Quartal durchgehen
- Profil bestätigt und auf dein eigenes Google-Konto eingetragen?
- Hauptkategorie so genau wie möglich, weitere Kategorien nur, wenn sie stimmen.
- Reguläre Öffnungszeiten aktuell, Sonderöffnungszeiten für die nächsten Feiertage eingetragen.
- Adresse, Telefonnummer und Website-Link identisch mit den Angaben auf deiner Website.
- Leistungen, Produkte oder Speisekarte eingetragen oder auf die Website verlinkt.
- Mindestens ein aktuelles Foto von außen und von innen aus diesem Jahr.
- Alte Beiträge zu abgelaufenen Aktionen entfernt oder mit Enddatum versehen.
- Auf neue Bewertungen geantwortet (siehe Ratgeber zu Bewertungen).
Häufige Fragen
Kostet das Google-Unternehmensprofil etwas?
Nein. Das Profil ist kostenlos und gehört zu einem Google-Konto. Ein besseres Ranking lässt sich laut Google weder kaufen noch anfordern.
Pflegst du das Google-Profil für mich?
Das Profil hängt an deinem Google-Konto, deshalb pflegst du es selbst. Ich sorge dafür, dass deine Website dieselben Zeiten, Preise und Kontaktdaten zeigt. Drei kleine Änderungen pro Monat sind enthalten.
Ich habe keinen festen Laden. Brauche ich trotzdem ein Profil?
Ja, Google kennt Profile für Betriebe mit Einzugsgebiet statt Ladenadresse, zum Beispiel für mobile Dienstleister. Die Adresse kann dann verborgen bleiben, das Einsatzgebiet wird angegeben.
