Gute Fotos für deine Website, mit dem Handy
Echte Fotos vom eigenen Betrieb sind das, was eine Website von einer Vorlage unterscheidet. Symbolbilder von lächelnden Fremden erkennt jeder, und sie sagen nichts über deinen Laden. Die gute Nachricht: Für Website und Google-Profil brauchst du keine Profikamera. Ein aktuelles Handy reicht, wenn du dir eine halbe Stunde Zeit nimmst und ein paar Dinge beachtest. Hier steht, worauf es ankommt, welche Motive du brauchst und was du bei Personen beachten musst.
Licht ist wichtiger als die Kamera
Das meiste, was Fotos schlecht aussehen lässt, ist Licht: zu wenig, zu gelb, von der falschen Seite. Die einfachste Regel: Tageslicht vom Fenster, seitlich auf das Motiv. Kein Blitz: Er macht harte Schatten und platte Farben. Deckenlampen allein wirken meist gelblich und fleckig. Wenn es drinnen zu dunkel ist, fotografiere näher am Fenster oder zu einer anderen Tageszeit.
Für Außenaufnahmen eignen sich bewölkte Tage oder die Stunde nach Sonnenaufgang und vor Sonnenuntergang. Mittags bei praller Sonne gibt es tiefe Schatten unter Markisen und Gesichtern. Ein Foto der Fassade sollte so entstehen, wie Gäste den Laden sehen: von der Straßenseite, mit dem Eingang im Bild.
Fünf Handgriffe vor dem Auslösen
- Linse putzen. Fingerabdrücke auf der Linse sind der häufigste Grund für milchige Fotos.
- Hauptkamera benutzen, also 1×. Die Weitwinkel-Kamera (0,5×) verzerrt Ränder, starker Zoom wird matschig. Lieber einen Schritt vor- oder zurückgehen.
- Gerade halten. Die meisten Handys zeigen ein Raster oder eine Wasserwaage in der Kamera-App. Senkrechte Linien – Türrahmen, Regale – sollen senkrecht bleiben.
- Kurz auf das Motiv tippen, dann stellt das Handy Schärfe und Helligkeit darauf ein. Bei zu hellem Fenster im Hintergrund auf das Motiv tippen, nicht auf das Fenster.
- Mehrere Aufnahmen machen und zuhause auswählen. Fünf Versuche, einer passt.
Quer und hoch: Deine Website braucht beides
Auf dem Computer sind Website-Bilder meist breit, auf dem Handy hoch. Fotografiere deshalb jedes wichtige Motiv in beiden Formaten. Beim Querformat lass rund um das Motiv etwas Luft, dann lässt sich das Bild später beschneiden, ohne dass etwas Wichtiges abgeschnitten wird. Für das Google-Profil und für Social-Beiträge funktionieren auch quadratische Ausschnitte; die ergeben sich aus einem Foto mit genug Rand von sich aus.
Aufräumen und eine Sache zeigen
Vor dem Foto den Bereich aufräumen: Kabel, Putzeimer, Kartons, Zettel an der Kasse, Jacken über Stühlen. Dann entscheide dich pro Foto für eine Sache. Der Gastraum als Ganzes. Der eine Tisch am Fenster. Die Kuchentheke. Der Stuhl im Salon. Die Werkbank mit einem laufenden Auftrag. Ein Foto, das alles zeigen will, zeigt nichts. Auf der Website steht später neben jedem Bild ein kurzer Text; das Bild muss den Text nicht ersetzen.
Produkte und Speisen fotografierst du von leicht oben oder auf Augenhöhe, mit ruhigem Hintergrund, zum Beispiel einer Holzplatte oder dem Tresen. Kein Filter, keine starken Bearbeitungen. Leicht aufhellen und gerade drehen reicht.
Welche Motive deine Website braucht
Eine kleine Website kommt mit sechs bis zehn guten Fotos aus. Für ein Café: Fassade mit Eingang, Gastraum, ein gedeckter Tisch, Theke oder Kuchen, zwei bis drei Gerichte oder Getränke, Terrasse, falls vorhanden. Für einen Salon oder Barbershop: Fassade, Arbeitsplatz oder Stuhl, Wartebereich, Produkte im Regal, Hände bei der Arbeit, Detail eines fertigen Schnitts nur mit Einverständnis. Für eine Werkstatt: Fassade und Einfahrt, Hebebühne oder Arbeitsplatz, Werkzeug, ein Ausschnitt einer typischen Arbeit, der Bereich, in dem Kundschaft wartet oder den Schlüssel abgibt.
Dazu ein Porträt von dir oder dem Team, wenn du magst. Es gehört zu den Bildern, die auf einer Website am längsten angesehen werden. Vor dem Fenster, Blick in die Kamera, der Betrieb im Hintergrund. Welche Fotos auf welche Seite kommen, zeigen die Branchenseiten, etwa Websites für Cafés oder Websites für Werkstätten.
Personen nur mit Einverständnis
Menschen auf Fotos, ob Team oder Kundschaft, brauchen ihr Einverständnis, bevor das Bild auf der Website oder im Google-Profil erscheint. Beim Team hole es dir schriftlich, auch wenn alle einverstanden wirken; wer den Betrieb verlässt, kann seine Zustimmung zurücknehmen. Bei Gästen frag vor dem Foto oder fotografiere so, dass niemand erkennbar ist: von hinten, nur Hände, leerer Gastraum. Kinder nur mit Zustimmung der Eltern. Das ist eine Vorsichtsregel aus der Praxis, keine Rechtsberatung; im Zweifel frag deine Berufsvertretung oder einen Anwalt.
Dasselbe gilt für Arbeiten bei Kunden, zum Beispiel ein saniertes Bad oder ein repariertes Auto mit Kennzeichen. Frag nach, bevor du es veröffentlichst, und mache Kennzeichen unkenntlich.
Und wenn die Fotos fertig sind
Schick mir die Bilder in Originalgröße, nicht als verkleinerte Messenger-Version. Ich wähle aus, beschneide und bringe sie in die Größen, die die Website braucht. Ein neues Foto einzubauen zählt als eine der drei kleinen Änderungen pro Monat. Für dein Google-Profil lädst du die Bilder selbst hoch; wie das Profil gepflegt wird, steht im Ratgeber Google-Unternehmensprofil pflegen.
Checkliste für den Fototermin
- Tageszeit mit gutem Tageslicht gewählt, Blitz aus.
- Linse geputzt, Hauptkamera (1×) eingestellt, Raster an.
- Bereich aufgeräumt, pro Foto ein Motiv.
- Jedes Motiv quer und hoch, mit Luft um das Motiv.
- Fassade mit Eingang, Innenraum, Arbeitsplatz, Produkt, Team oder Porträt.
- Einverständnis von Team und erkennbaren Gästen eingeholt, Kennzeichen unkenntlich.
- Fotos in Originalgröße gesichert und verschickt.
Häufige Fragen
Reicht ein Handy wirklich, oder brauche ich einen Fotografen?
Für eine kleine Website reicht ein aktuelles Handy bei gutem Licht. Ein Fotograf lohnt sich, wenn du besondere Produkte zeigst oder viele Porträts brauchst. Beides lässt sich kombinieren.
Darf ich Fotos aus dem Internet nehmen?
Nicht ohne Lizenz. Bilder aus der Suche sind in der Regel urheberrechtlich geschützt. Nutze eigene Fotos oder Bilder mit passender Lizenz, und lies die Lizenzbedingungen. Das ist kein Rechtsrat, aber ein häufiger Grund für teure Abmahnungen.
Wie viele Fotos brauche ich?
Sechs bis zehn gute Fotos reichen für den Start. Lieber wenige, die stimmen, als viele mittelmäßige. Ein paar neue Bilder pro Saison halten Website und Google-Profil frisch.
