Philipp Steglich Websites für kleine Betriebe

Grundlagen und Funktionen4 Min. Lesezeit

Termine und Reservierungen: Link, Widget oder Telefon?

Von Philipp SteglichStand:

„Kann man bei euch online buchen?“ Die Frage kommt beim Friseur, im Kosmetikstudio und im Restaurant oft. Ein Muss ist Online-Buchung trotzdem nicht. Hier vergleiche ich drei Wege: Telefon und Anfrage, einen Link zu einem Buchungsdienst und ein Buchungsfenster direkt auf deiner Website. Dazu kommen die Kostenarten, auf die du achten solltest, und was zu welchem Betrieb passt. Produkte empfehle ich bewusst nicht.

Telefon und Anfrage: oft unterschätzt

Telefon, WhatsApp oder ein Anfrageformular kosten nichts extra und lassen Raum für Beratung. Bei einer Brautkleid-Änderung, einer Feier im Saal oder einer Farbbehandlung ist das ein Vorteil. Der Nachteil: Während du arbeitest, gehst du nicht ran.

Das lässt sich entschärfen. Schreib auf die Website, wann du ans Telefon gehst, zum Beispiel „Telefon Di–Fr 9–10 Uhr“. Ein Anfrageformular fragt besser nach Wunschtag und Zeitfenster als nach einer festen Uhrzeit. Und wer ohne Termin kommen kann, sollte das lesen: „Herren samstags 8–11 Uhr ohne Termin“ (Beispiel).

Ein Knopf „Termin buchen“ führt zur Seite eines Buchungsdienstes. Kundschaft bucht rund um die Uhr, bekommt eine Bestätigung und oft eine Erinnerung. Denselben Link kannst du im Google-Unternehmensprofil als Terminlink hinterlegen.

Dafür musst du den Kalender pflegen: Pausen, Urlaub, Puffer zwischen Terminen. Und die Kundendaten liegen beim Dienst. Er verarbeitet sie in deinem Auftrag, dafür brauchst du einen Vertrag zur Auftragsverarbeitung (Art. 28 DSGVO), den seriöse Anbieter bereitstellen. Wie der Termin-Knopf in einer Website aussehen kann, zeigt die Beispielseite Salon Kammerton.

Widget: eingebaut, aber mit Nebenwirkungen

Ein Widget zeigt den Buchungskalender direkt auf deiner Seite. Das sieht nahtlos aus, lädt aber Inhalte von fremden Servern und setzt je nach Dienst Cookies. Das gehört in die Datenschutzerklärung, und unter Umständen brauchst du dafür eine Einwilligung (§ 25 TDDDG), also einen Cookie-Hinweis. Außerdem muss das Widget auf dem Handy gut funktionieren und darf die Seite nicht ausbremsen. Für kleine Betriebe ist der Link meist die ruhigere Lösung.

Kosten: worauf du achten solltest

Die Preismodelle unterscheiden sich stark und ändern sich häufig. Statt Zahlen zu vergleichen, die morgen nicht mehr stimmen, frag vor einem Vertrag diese Punkte ab und rechne mit einem normalen Monat:

  • Gibt es einen kostenlosen Einstieg, und was fehlt darin?
  • Monatliche Grundgebühr, und steigt sie mit der Zahl der Mitarbeiter oder Kalender?
  • Provision für Neukunden, die über ein Portal oder einen Marktplatz kommen?
  • Gebühren je Gast oder je Buchung, etwa bei Reservierungsportalen?
  • Gebühren für SMS-Erinnerungen und für Zahlungen?
  • Laufzeit, Kündigungsfrist und ob du deine Kundendaten beim Wechsel mitnehmen kannst.

Was zu welchem Betrieb passt

Friseur, Barbershop und Kosmetik mit vielen gleichartigen Terminen profitieren am ehesten von einem Buchungslink, dazu Telefon für Beratung. Im Gasthaus und Café reicht für Tische oft das Telefon, Feiern laufen ohnehin über eine Anfrage. In der Werkstatt hilft ein Formular mit Fahrzeug, Anliegen und Wunschwoche mehr als ein Kalender. Die Schneiderei braucht Termine meist nur für Brautmode.

Auf Websites, die ich betreue, setze ich einen Link zu deinem bestehenden Buchungsdienst; einen eigenen Kalender baue ich nicht.

Checkliste für den Weg zum Termin

  • Ein Weg zum Termin, überall gleich: Website, Google-Profil, Instagram.
  • Telefonzeiten genannt, wenn du nicht immer rangehen kannst.
  • Zeiten ohne Termin genannt, falls es sie gibt.
  • Buchungsdienst: Kosten für einen normalen Monat ausgerechnet.
  • Vertrag zur Auftragsverarbeitung mit dem Dienst abgeschlossen.
  • Bei Widget: Datenschutzerklärung angepasst, Cookie-Frage geklärt.
  • Absageregel kurz und freundlich auf der Seite.
  • Kalender gepflegt: Urlaub, Pausen, Feiertage.

Häufige Fragen

Brauche ich als kleiner Betrieb überhaupt Online-Buchung?

Nein. Wenn Telefon und WhatsApp gut funktionieren und deine Kundschaft zufrieden ist, reicht das. Schreib dann klar dazu, wann du erreichbar bist.

Verliere ich Stammkundschaft, wenn nur noch online gebucht wird?

Das Risiko besteht, gerade bei älterer Kundschaft. Lass deshalb das Telefon als zweiten Weg offen und schreib beides nebeneinander.

Kann ich den Buchungslink auch ins Google-Profil setzen?

Ja. Im Google-Unternehmensprofil kannst du Links für Termine und Reservierungen hinterlegen. Wo genau, steht in der Google-Hilfe; die Menüs ändern sich gelegentlich.

Quellen

Die rechtlichen Hinweise in diesem Ratgeber sind allgemein und keine Rechtsberatung. Verbindlich klären das im Einzelfall die zuständige Stelle, deine Kammer oder Innung oder eine Anwältin oder ein Anwalt. Gesetzestexte geprüft am 11. Oktober 2026.

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