Philipp Steglich Websites für kleine Betriebe

Grundlagen und Funktionen4 Min. Lesezeit

Website wechseln, ohne das Postfach zu verlieren

Von Philipp SteglichStand:

Die Frage kommt fast immer, wenn ein Betrieb schon eine Website hat und eine neue will: Was passiert mit meinen E-Mails? Die Sorge ist berechtigt, denn beim Wechsel gehen tatsächlich manchmal Postfächer verloren. Nötig ist das nicht. Website und E-Mail laufen zwar unter derselben Domain, hängen aber an getrennten Wegweisern. Wer nur die Wegweiser für die Website umstellt, behält sein Postfach. Hier erkläre ich, was dahintersteckt, was du vor dem Wechsel klären solltest und wo die Fallen liegen.

Eine Domain, mehrere Wegweiser

Deine Domain, zum Beispiel deinbetrieb.de, hat beim Anbieter eine Liste von Einträgen. Fachleute nennen sie DNS-Einträge. Jeder Eintrag beantwortet eine andere Frage. Die wichtigsten für dich sind drei:

Der A-Eintrag (und sein Zwilling AAAA für neuere Adressen) sagt: Wenn jemand die Website aufruft, geht es zu diesem Server. Meist gibt es ihn zweimal, einmal für deinbetrieb.de und einmal für www.deinbetrieb.de. Der MX-Eintrag sagt: E-Mails an diese Domain bitte bei diesem Mailserver abliefern. Die TXT-Einträge enthalten Zusatzinfos, zum Beispiel Nachweise, dass dein Mailanbieter wirklich in deinem Namen senden darf (oft heißen sie SPF, DKIM oder DMARC) oder Bestätigungen für Google-Dienste.

Die Website hängt am A-Eintrag. Das Postfach hängt am MX-Eintrag und an den TXT-Einträgen. Das ist die ganze Idee: Beim Website-Wechsel ändern sich die A-Einträge, die Mail-Einträge bleiben, wie sie sind.

Der einfache Weg: nur die Website-Einträge ändern

Im Normalfall bleibt alles beim bisherigen Anbieter: Domain, Postfach, die Liste der Einträge. Geändert werden nur die A- und AAAA-Einträge für deinbetrieb.de und www.deinbetrieb.de. Sie bekommen die Adresse des neuen Servers. Die alten Website-Dateien beim bisherigen Hoster kannst du kündigen, sobald die neue Seite läuft. Das Postfach beim bisherigen Anbieter bleibt bestehen und wird weiter bezahlt.

Für den Wechsel brauchst du Zugang zur Domainverwaltung deines Anbieters. Dort gibt es einen Bereich, der DNS, Nameserver-Einträge oder Zonenverwaltung heißt. Wenn dich die Oberfläche abschreckt: Die meisten Anbieter haben eine Anleitung, und ich sage dir genau, welche Werte eingetragen werden. Die Änderung selbst dauert eine Minute. Bis sie überall greift, kann es ein paar Stunden dauern. In dieser Zeit sehen manche noch die alte, manche schon die neue Seite. Das ist normal und kein Fehler.

Sobald die Einträge zeigen, richtet der neue Server das Zertifikat für HTTPS ein. Danach ist die Seite unter deiner Adresse mit Schloss-Symbol erreichbar.

Der aufwendige Weg: Nameserver umziehen

Manchmal wird vorgeschlagen, die Nameserver zu wechseln. Das heißt: Die ganze Liste der Einträge zieht zu einem neuen Anbieter um, nicht nur einzelne Zeilen. Das ist dann sinnvoll, wenn Domain, Postfach und Website ohnehin an einen Ort wandern sollen. Genau hier gehen Postfächer verloren. Beim neuen Anbieter ist die Liste zunächst leer oder enthält nur Standardwerte. Fehlen dort MX- und TXT-Einträge, kommen ab dem Umzug keine E-Mails mehr an, und niemand merkt es sofort.

Wenn ein Nameserver-Wechsel wirklich nötig ist, gilt: zuerst die komplette alte Liste exportieren oder abschreiben, dann beim neuen Anbieter alle MX- und TXT-Einträge eins zu eins anlegen, dann erst die Nameserver umstellen. Danach eine Test-E-Mail von einer fremden Adresse schicken und prüfen, ob sie ankommt. Für meine Websites brauchst du den Nameserver-Wechsel nicht. Es reicht, die Website-Einträge zu ändern.

Vor dem Wechsel klären

Bevor irgendetwas geändert wird, lohnt eine kurze Bestandsaufnahme. Wer verwaltet die Domain, und hast du dort Zugang? Läuft das Postfach beim selben Anbieter oder woanders, etwa bei einem großen Maildienst? Gibt es Unteradressen wie shop.deinbetrieb.de oder karte.deinbetrieb.de, die weiter funktionieren sollen? Gibt es alte Adressen, die Kundschaft gespeichert hat und die auf die neue Seite weiterleiten sollten?

Alte Unterseiten sind ein eigener Punkt. Wenn deine bisherige Website unter deinbetrieb.de/speisekarte.html erreichbar war und Google oder deine Kundschaft diese Adresse kennen, landen Besucher nach dem Wechsel sonst auf einer Fehlerseite. Notiere dir deshalb vorher, welche alten Adressen wichtig sind. Weiterleitungen auf die passenden neuen Seiten sind nach Absprache möglich.

So läuft es bei mir

Deine Domain bleibt, wo sie ist, auf deinen Namen. Dein Postfach bleibt, wo es ist. Ich sage dir genau, welche Einträge du ändern musst; auf Wunsch machen wir das gemeinsam. Live geht die Website erst nach deiner Abnahme. Was in meinem Monatspreis enthalten ist und was nicht, steht auf der Seite Leistungen. Domain und Postfach gehören dir und werden separat bezahlt.

Checkliste für den Wechsel

  • Zugang zur Domainverwaltung vorhanden (Anbieter, Benutzername, Passwort, zweiter Faktor).
  • Bekannt, wo das Postfach liegt und dass es weiterläuft.
  • Aktuelle Liste aller DNS-Einträge gesichert, als Export oder Bildschirmfoto.
  • Nur A- und AAAA-Einträge für die Domain und www ändern. MX und TXT nicht anfassen.
  • Kein Nameserver-Wechsel, außer er ist wirklich nötig. Dann MX und TXT vorher übernehmen.
  • Nach der Umstellung: Website unter beiden Adressen (mit und ohne www) aufrufen, Schloss-Symbol prüfen.
  • Test-E-Mail von einer fremden Adresse an das Postfach schicken und antworten.
  • Alte Unterseiten notiert, die weiter erreichbar sein sollen; Weiterleitungen nach Absprache.
  • Altes Hosting erst kündigen, wenn die neue Seite ein paar Tage stabil läuft.

Häufige Fragen

Muss ich meine Domain zu dir übertragen?

Nein. Die Domain bleibt bei deinem Anbieter und läuft auf dich. Es werden nur die Einträge geändert, die auf die Website zeigen.

Fallen meine E-Mails während der Umstellung aus?

Nicht, wenn nur die A- und AAAA-Einträge geändert werden. Die Mail-Einträge bleiben unverändert. Bei einem Nameserver-Wechsel kann es zu Ausfällen kommen, wenn MX- und TXT-Einträge nicht vorher übernommen wurden.

Wie lange dauert es, bis die neue Website überall zu sehen ist?

Die Änderung selbst ist in einer Minute eingetragen. Bis alle Netze sie übernommen haben, dauert es meist einige Stunden, im Einzelfall länger. Vorher den Wert für die Gültigkeitsdauer (TTL) zu senken, beschleunigt das.

Ich habe keine Zugangsdaten mehr. Was jetzt?

Die Rechnung für die Domainverlängerung zeigt den Anbieter. Dort gibt es einen Weg, den Zugang wiederherzustellen, meist über die hinterlegte E-Mail-Adresse oder eine Legitimation. Das solltest du vor dem Wechsel klären.

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